SYSTEMISCHE FAMILIENTHERAPIE

Systemische Familientherapie versteht sich als eigenständiges psychotherapeutisches Verfahren, welches sich unter anderem aus der Familien- und Paartherapie weiterentwickelt hat.

Systemische Familien- und Paartherapie geht grundsätzlich davon aus, dass nicht ein Familienmitglied bzw. ein Partner “krank” oder “gestört” ist, sondern der sogenannte “Index-Patient” oder “Symptomträger” zeigt an, dass etwas im Zusammenspiel, im Zusammenwirken der Teile im Ungleichgewicht ist.

Damit ist “verrücktes Verhalten” keineswegs nur Ausdruck innerseelischer Konflikte, sondern letztlich die passende Reaktion im Zusammenhang mit den Umweltbedingungen bzw. der Familienstruktur.

„Systemisches Denken“ umfasst heterogene Denkansätze aus verschiedenen Disziplinen:
Biologie, Soziologie, (Sozial-)Psychologie, Biokybernetik und Systemtheorie, Kommunikations- und Erkenntnistheorien (Konstruktivismus). Systemische Familientherapie fokussiert Probleme und deren Lösungen und unterstützt und fördert die eigene Handlungskompetenz zur Problembewältigung. Denn Menschen werden als autonom betrachtet, als „Experten und Expertinnen ihrer selbst“. Eine systemische TherapeutInnenhaltung ist gekennzeichnet durch Respekt, Unvoreingenommenheit, Interesse und Wertschätzung der Person, ihrer Absichten, Werte und ihrer bisherigen Lebenserfahrungen und durch eine Unerschrockenheit gegenüber Einstellungen, Theorien, Überzeugungen und Traditionen.

Zu den Methoden zählen spezielle Fragetechniken (zirkuläre und konstruktive Fragen), Klärung der Klientenziele, Rituale, Abschlussinterventionen, Beobachtungsaufgaben, Metaphern, Stellen von (Familien-, Lösungs-) Skulpturen, Einsatz von Beobachterteams und Teamreflexionen. Tendenziell ist systemische Familientherapie eine Kurzzeittherapie und findet Anwendung in der Arbeit mit Einzelpersonen, Paaren, Familien und Gruppen im klinischen und Gesundheitsbereich, in Bereichen der Supervision, der Fort- und der Weiterbildung und der (Organisations-)Beratung.